Brenner-Bahnachse

Containertransport von Italien nach Nordeuropa

Heute müssen schwere und lange Güterzüge vor dem Brenner geteilt oder verkürzt werden, damit sie die starke Steigung auf der Nordrampe bewältigen können. Trotz dieser Teilung sind für den Zug mindestens zwei Lokomotiven erforderlich.
Mit der Inbetriebnahme des Brenner-Basis-Tunnels wird auf der gesamten Brenner-Achse von München bis Verona der Verkehr mit Europäischen Standard-Güterzügen mit einer Länge von 740 m möglich.

Ein 740 m langer Güterzug kann 52 Container (40-Fuß) befördern. Containerschiffe, die aus Asien durch den Suez-Kanal nach Italien fahren, transportieren bis zu 8.500 Container.

Für den Weitertransport dieser 8.500 Container auf der Brenner-Achse wären somit 163 Güterzüge erforderlich. Berücksichtigt man, dass auf der Brenner-Strecke auch andere Güter (außer Container) transportiert werden und auch Personenzüge verkehren, ist die Kapazität der Strecke (125 Züge/Tag in einer Richtung) bereits mit einem einzigen Containerschiff für mindestens 2 Tage völlig ausgelastet.

Wenn also mehr als 4 Containerschiffe pro Woche Italien anlaufen würden, müssten die Container auf der Straße nach Norden transportiert werden, was zu einer gigantischen Zunahme des LKW-Verkehrs über die Alpen führen würde.


Zusammenfassung / Fazit

Die Aussage der Politik, dass der Scan-Med-Korridor den LKW-Verkehr auf die Schiene bringen würde, ist hiermit ad-absurdum geführt. Damit wird auch klar, warum die europäischen Speditionsunternehmen so sehr am Scan-Med-Korridor interessiert sind. Der Scan-Med-Korridor ist ein riesiges Konjunkturprogramm für Speditionen.