Die große Lüge!

Die Bahn erzählt uns immer wieder, dass mit der Neubaustrecke des Brenner-Nordzulaufes der LKW-Verkehr von der Straße auf die Schiene gebracht werden soll.

Das ist die ganz große Lüge der Bahn!

Alle Neubaustrecken, die die Bahn in den letzten Jahren und Jahrzehnten gebaut hat, sind Schnellbahntrassen für weit mehr als 200 km/h Geschwindigkeit. Diese Trassen wurden nur genehmigt, weil ein Großteil der Züge auf diesen Gleisen Güterzüge sein sollten. Nur so wurde ein genehmigungsfähiges Nutzen/Kosten-Verhältnis erreicht. Für die Neubaustrecke München-Berlin sah der Bundesverkehrswegeplan z.B. 160 Güterzüge pro Tag vor. Tatsächlich können darauf max. 40 Güter-Züge verkehren.

Warum?

Technisch ist der Verkehr von Güterzügen und schnellen Personenzügen auf ein und derselben Trasse gleichzeitig nicht möglich und betriebstechnisch auch verboten. Ein schneller Zug (ICE) schiebt bei hoher Geschwindigkeit einen gewaltigen Luftwall vor sich her, der mit großen Wirbeln seitlich verdrängt wird. Bei der Begegnung mit einem Güterzug führen diese Luftwirbel dazu, dass leichte Güter auf den Waggons verschoben werden oder gar vom Waggon heruntergeschleudert werden. Dies ist sogar bei leeren Containern der Fall. Besonders schlimm ist dieser Effekt bei Zugbegegnungen im Tunnel, wo die Luft fast gar nicht ausweichen kann.

Güterzüge dürfen auf Schnellfahrstrecken daher nur in den wenigen Nachtstunden verkehren, in denen keine Personenzüge unterwegs sind. Wenn uns die Bahn also erklärt, das geplante Verhältnis von Güterzügen zu Personenzügen auf der Neubautrasse zum Brenner sei 80:20, so ist das betriebstechnisch völlig unmöglich.

Mit der Argumentation der Bahn, dass mit Neubautrassen der Güterverkehr auf die Schiene gebracht wird, sollen die Bürger von den Vorteilen des Projektes überzeugt und die Genehmigungsbehörden zur Zustimmung gebracht werden. Dies ist nicht nur Vorspiegelung falscher Tatsachen, sondern grenzt eigentlich an den Straftatbestand des Betrugs!